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"Wir sind ungebrochen"

Droht eine Militärdiktatur in Iran? Abdelkarim Sorusch, Vordenker der Opposition, glaubt an den Sieg der Reformer.

Abdelkarim Sorusch kennt Deutschland. Er war zwischen 2004 und 2005 Gast am Wissenschaftskolleg in Berlin. »Deutschland ist meine Dritte Heimat« – nach Iran und England. Wir treffen Sorusch, der diesmal zu einem Vortrag in die Bundesrepublik gekommen ist, in der Wohnung seines deutsch-iranischen Gastgebers in Bonn. Trotz der angespannten Lage in seinem Land wirkt er optimistisch.

Die ZEIT: Herr Sorusch, wie stark ist die Opposition in Iran wirklich?

Abdelkarim Sorusch: Die Regierung glaubt, die »Ruhe« am 31. Revolutionstag sei der Sargnagel für die Grüne Bewegung. Aber das ist nicht so. Bewegungen wie diese gehen durch Phasen. Das Hoch wird wiederkommen. Manche glauben, man müsse jetzt neue Wege suchen.

ZEIT: Zum Beispiel?

Sorusch: Streiks – auch wenn das in Iran sehr schwierig ist.

ZEIT: Wann, glauben Sie, kann es zu einer wirklichen politischen Veränderung kommen?

Sorusch: Ich bin kein Prophet. Aber ich denke, innerhalb von ein oder zwei Jahren kann etwas Großes passieren. Nicht eine Revolution, aber ein Machtwechsel. Jeder, außer der Regierung, gibt zu, dass das Land eine tiefe Krise durchlebt.

ZEIT: Glauben Sie, dass der Oberste Führer Ali Chamenei diesen Übergang steuern könnte?

Sorusch: Ich glaube nicht. Er steht in den Augen der Menschen nicht mehr über den Parteien. Er ist Teil des Problems, er ist nicht eine Lösung des Problems. Es braucht eine dritte Partei.

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Vortrag: Gemeinsames Kernethos von Judentum und Islam

»Erfolg rechtfertigt gar nichts«

Der Theologe Hans Küng über Lug und Trug in Management und Politik, den Geist der Fairness und seine Forderung nach einem globalen Ethos

DIE ZEIT: Herr Professor Küng, die Weltwirtschaft hat eines der schlimmsten Jahre der Wirtschaftsgeschichte hinter sich. Sie fordern jetzt ein »globales Wirtschaftsethos«, also weltumspannende, gemeinsame Grundregeln, an die sich die Wirtschaftsakteure künftig halten sollen. Ist das Ihre Antwort auf die Krise?

Hans Küng: Nein. Die Idee zu dem Manifest ist schon älter. Es gibt kulturübergreifende Normen, die überall gelten aufgrund der religiösen und ethischen Traditionen in den verschiedenen Weltgegenden. Mir war immer daran gelegen, diese in die Sprache der Wirtschaft zu übersetzen. Das Manifest ist ausgearbeitet worden, als wir noch nicht wussten, dass diese vorläufig letzte Krise kommt - aber im Bewusstsein, dass die Weltwirtschaft nicht nach den sicheren Regeln funktioniert, an die leider viele Ökonomen und Politiker geglaubt haben.

ZEIT: Sie haben die Krise vorausgesehen?

Küng: All jene, die heute vorgeben, dass niemand mit dieser Krise rechnen konnte, reden Unfug. Vor einigen Jahren warnte der damalige Chef der amerikanischen Notenbank vor dem irrationalen Überschwang an der Börse. Was passierte? Rund um die Welt stürzten die Aktienkurse in den Keller. Schon damit musste jedem Menschen klar sein, dass die Chaostheorie auch auf die Ökonomie anwendbar ist. Dass es also folglich nicht stimmt, dass der Markt allein nach rationalen Regeln funktioniert. Dass wir also damit rechnen müssen, dass es einen Crash geben kann. Aber nein, viele sagten, das geschehe nicht mehr, wir könnten alles berechnen und wüssten genau, wie wir reagieren müssen. Sie haben sich geirrt.

ZEIT: Aber warum benötigt man ein ethisches Gerüst für die Wirtschaft, um Krisen zu verhindern?

... das komplette Interview

 

Gerhard Schröder kritisiert Schweizer Minarett-Verbot

Der Altkanzler brandmarkt das Schweizer Referendum zu Minaretten. Der Islam sei keine politische Ideologie, sondern eine friedliche Religion, schreibt Schröder in der ZEIT.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder kritisiert in der ZEIT das jüngste, höchst umstrittene Votum der Schweizer für ein Bauverbot von Minaretten. Wer zu solchen Maßnahmen greife, sagte Schröder, der wolle, dass Menschen mit islamischem Glauben ihre Religion weiterhin in Hinterhäusern ausüben müssten. "Dieses Verdrängen an den sprichwörtlichen Rand der Gesellschaft ist der Versuch einer Ausgrenzung", schreibt Schröder in der ZEIT.

Der SPD-Politiker warnte vor der negativen Sicht auf Muslime und den Islam, die auch in Deutschland verbreitet sei. "Der Islam ist keine politische Ideologie, sondern eine friedliche Religion. Das lehrt der Koran", sagte Schröder. Überhaupt sollten sich gerade Deutsche vor stereotypen und falschen Aussagen über die vermeintliche Gewalttätigkeit des Islams hüten. "Es waren keine islamischen Staaten, die die beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts verbrochen haben. Für Überheblichkeit gegenüber anderen gibt es für uns keinen Grund."

Das Argument von Minarett-Gegnern, dass in vielen islamischen Staaten Christen verfolgt würden und der Bau von Kirchen verboten sei, lässt Schröder nicht gelten. "Defizite bei der Religionsfreiheit in einigen islamischen Staaten sind nicht zu bestreiten, aber sie können nicht als Begründung für eine Einschränkung der Rechte in unserem eigenen Land dienen. Wir verstehen uns als eine aufgeklärte Gesellschaft. Und Aufklärung heißt nicht, Unzulänglichkeiten anderer Gesellschaften bei uns zu wiederholen. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, das wir aus guten Gründen im Grundgesetz schützen."

Quelle: ZEIT

 

«Das wird die Schweiz noch teuer zu stehen kommen»

VON: MICHAEL MEIER

Für den Theologen Hans Küng ist das Minarett-Verbot schlimmer als alle Kopftuchverbote.

Herr Küng, Ihre erste Reaktion auf das Minarett-Verbot?
Ich bin konsterniert. Als Schweizer im Ausland war ich stets stolz auf meine Heimat. Die neuesten katastrophalen Entwicklungen für das Image meiner Heimat - etwa der Bankenskandal - kulminieren nun in dieser unbegreiflichen Annahme einer Initiative, die nicht nur gegen die Religionsfreiheit verstösst, sondern auch gegen die in der Schweiz hoch angesehene Toleranz.

Was sind die Ursachen?
Natürlich verstehe ich gewisse Bedenken gegenüber dem Islam. Ursachen dafür sind jedoch oft Unkenntnis und allzu grosse Selbstbezogenheit. Man meint auf einer Insel zu leben. So trifft man falsche Urteile. Das wird die Schweiz noch teuer zu stehen kommen.

Erwarten Sie Ausschreitungen?
Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt. Natürlich gilt bei uns die Devise, dass der Souverän entscheidet. Aber der Souverän kann auch falsch entscheiden.

Ist das Minarettverbot einschneidender als Kopftuchverbote, die es in Deutschland und Frankreich gibt?
Erheblich einschneidender. Kein anderes Land in Europa kennt ein solches Minarett-Verbot.

Die Schweiz als Vorreiterin des Antiislamismus?
Nein wir sind Nachreiter. Allerdings bin ich nicht sicher, ob sich das Verbot umsetzen lässt. Als einer, der ständig mit Muslimen zu tun hatte, bedauere ich zutiefst, dass es zu dieser gewaltigen Eintrübung des Verhältnisses zur muslimische Welt kommt. Auch diejenigen, die nicht unbedingt religiös sind, empfinden das als eine Diskriminierung für sämtliche Muslime.

Heisst das, dass die Muslime in den Hinterhöfen bleiben müssen?
Bisher waren die Muslime in der Schweiz im internationalen Vergleich recht gut integriert. Das gefährdet man jetzt. Ich hoffe aber, dass das beidseitige Bemühen um die Integration der Muslime weitergeht. Wir wollen ja keine Parallelgesellschaften.

Quelle: Tages-Anzeiger

 

Islam im Krankenhaus

VON: NOHMA EL-HAJJ

Der Umgang mit muslimischen Patienten in deutschen Krankenhäusern kann sich oft als sehr schwierig erweisen. Nicht selten ist das Pflegepersonal mit Eigenheiten und Wünschen konfrontiert, die sogar zu Konflikten und Unzufriedenheit auf beiden Seiten führen können. Die Krankenpflegeschule des Katholischen Klinikum Mainz St. Hildegardis bietet Islamunterricht an, um die zukünftigen KrankenpflegerInnen in die fremde Kultur einzuführen und sie für den Umgang mit muslimischen Patienten sensibel zu machen.

Muhammad Sameer Murtaza ist Islamwissenschaftler und Mitbegründer des Projektes "Eine Menschheit"“ und referiert an der Mainzer Pflegeschule über muslimische Patienten.

Komplettes Interview


Neuer Wissenschaftlicher Aufsatz

Murtaza, Muhammad Sameer (2009): Die Demokratisierung der muslimischen Welt. Ansichten des muslimischen Philosophen Gamal Al-Din Al-Afghani. Internet: www.muslimische-stimmen.de

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M. S. Murtaza
Muslime im Krankenhaus


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Lawrence v. Arabien

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